Vom Streit in der Buddelkiste zum Völkermord?
 
Krieg ist eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Kollektiven und setzt einen hohen Grad an gesellschaftlicher Organisation voraus. Kriege können nur bedingt mit Konflikten zwischen Individuen oder Kämpfen im Tierreich verglichen werden. Alle bisher bekannten Hochkulturen haben Kriege geführt, während wir in der Tierwelt Ansätze von Kriegen oder Kriegen vergleichbare Kampfformen nur bei hochentwickelten Tieren (Schimpansen) oder Tieren, die in Staaten leben (Ameisen), finden.

Krieg ist ein Kampf zwischen Staaten oder Ethnien um Ressourcen (Land, Frauen, Arbeitskräfte, Bodenschätze, Wissen) und Normen des Zusammenlebens (Wegerechte, Zölle, Religionen, Rechtsnormen, Gesellschaftsstrukturen). Im Unterschied zum Völkermord ist Krieg ein Wettkampf, in dem der Gegner unterworfen, nicht vernichtet werden soll. Ihm soll so lange Schaden zugefügt werden, bis er die Bedingungen der Gegenseite akzeptiert. Wird bei einer zivilen Konfliktlösung von Anfang an ein Kompromiss angestrebt, der für beide Seiten annehmbar ist, so sind kriegführende Parteien in der Regel erst dann zu einer Einigung bereit, wenn die eigenen Verluste so gross sind, dass ein Sieg nicht mehr möglich scheint.

 
 
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nach oben | © Marianne Müller-Brettel | letztes Update: 14.07.2010